Häufig gestellte Fragen

Trinkwasserhygiene ist wichtig. Stimmt die Wassergüte nicht, hat dies unmittelbaren Einfluss auf unser Wohlbefinden und die Gesundheit jedes Einzelnen. Besonders kranke Menschen und Personen, die unter einer Immunschwäche leiden, sind durch verunreinigtes Trink- und Brauchwasser gefährdet. In sensiblen und grossen Objekten wie Schulen, Sportanlagen, Hotels und Altenheimen etc. ist darum die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass sich Nutzer mit Keimen aus einer verunreinigten Trinkwasserinstallation infizieren können.

Wieso lohnt es sich auf Trinkwasserhygiene zu achten?

Wasser ist Lebenselixier – und für uns von besonderer Bedeutung: Der menschliche Körper besteht zu rund 70 Prozent aus Wasser. Es unterstützt lebenswichtige Funktionen unseres Organismus wie Stoffwechsel, Verdauung, Herz-Kreislauf und Wärmehaushalt. Regelmässiges Trinken ist darum elementar für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Entsprechend wichtig ist die hohe Qualität des Trinkwassers. Es muss zu jeder Zeit bedenkenlos trink- und nutzbar sein.

Diese Bakterien führen im schlimmsten Fall zu akuten Gesundheitsgefährdungen, was weitere Folgen für die Betreiber grosser Liegenschaften nach sich ziehen kann:

  • negative Berichterstattung
  • Ertragsausfall
  • Schliessung von Gebäuden
  • Kostenintensive Sanierung
  • Strafrechtliche Konsequenzen

Wie wichtig sauberes Trinkwasser für die Gesundheit der Bevölkerung ist, zeigt ein dramatisches Beispiel aus der Geschichte: die Choleraepidemie in Hamburg im Jahre 1892. Damals wurde das Trinkwasser für die Hansestadt ohne Filterung aus der Elbe entnommen. Durch den niedrigen Wasserstand des Flusses kam es zur Kontamination der zentralen Wasserversorgung mit Fäkalien und Choleravibrionen. Die darauf folgende Epidemie forderte 8.605 Todesopfer, fast 17.000 Menschen erkrankten.

Was verursacht Trinkwasserverunteinigungen?

Häufigste Ursachen sind stagnierendes Wasser in Rohrleitungen und für Bakterien wachstumsfördernde Temperaturen. Totleitungen müssen deshalb demontiert, und die Temperaturen in der Wasserverteilung sollten laufend kontrolliert werden. So darf die Temperatur in der Warmwasserinstallation möglichst nicht unter 50°C absinken und kaltes Wasser sollte sich nicht über 25°C erwärmen können. Eine Übersicht aller präventiven Massnahmen finden Sie unter dem Menüpunkt Prävention.

Wie lässt sich die Trinkwasserqualität beurteilen?
Website Hygiene - Zusammensetzung_Trinkwasser

Die Trinkwasserqualität lässt sich einerseits durch stoffliche Parameter beurteilen, zum anderen über die Erfassung der mikrobiologischen Güte.

Zu den stofflichen Parametern gehören die chemische Zusammensetzung sowie organoleptische Grössen - also sinnlich wahrnehmbare Eigenschaften - wie Geruch, Geschmack, Färbungen und Trübungen.

Der Beurteilung der mikrobiologischen Trinkwassergüte dient die Erfassung von Keimen und krankheitserregenden Bakterien. Zudem gibt es Vorgaben für physikalisch-chemische Parameter wie Leitfähigkeit, pH-Wert und Oxidierbarkeit.

Zu Beurteilung der Trinkwassergüte wird heute vermehrt die Koloniezahl bestimmt. Damit werden alle Bakterien im Trinkwasser erfasst und ergeben den Nachweis der Trinkwasserqualität, zumal die Bakterien sich zu über 90% im Biofilm an der Installations-Oberfläche befinden.

Erhöhte Koloniezahlen weisen auf verstärktes Biofilmwachstum hin. Die Grenzwerte an der Zapfstelle des Nutzers liegen bei 100 Koloniebildende Einheit/ ml.

  • Kolonienzahl bei 22°C = 100 / 1 ml
  • Kolonienzahl bei 36°C = 100 / 1 ml

Bei erhöhten Koloniezahl-Werten sind die Ursachen zu bestimmen und entsprechend hygienische Massnahmen zu treffen. Einen direkten Zusammenhang zwischen den Koloniezahl-Werten und dem Nachweis von krankheitserregenden Bakterien ist nicht gegeben.

Ein Auszug der wichtigsten chemischen und chemisch physikalischen Parameter werden hier aufgeführt, wobei sich die Grenzwerte an der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001 + Novellierung Nov. 2011) orientieren:

Chemisch physikalische Parameter Grenzwert
Temperatur keine max. definiert
Leitfähigkeit max. 2'500 μS/cm bei 20°C
ph-Wert 6.5 bis 9.5
Oxidierbarkeit 5 mg O2 / l
Chemische Parameter Grenzwert mg/l
Acrylamid 0,0001
Benzol 0,001
Bor 1
Bromat 0,01
Chrom 0,05
Cyanid 0,05
Fluorid 1,5
Nitrat 50
Quecksilber 0,001
Selen 0,01
Uran 0,01
Chemische Parameter Grenzwert mg/l
Antimon 0,005
Arsen 0,01
Blei 0,01
Cadmium 0,003
Kupfer 2
Nickel 0,02
Nitrit 0,5
Aluminium 0,2
Ammonium 0,5
Chlorid 250
Eisen 0,2
Welche krankheitserregenden Bakterien verbreiten sich im Trinkwasser?

Von einer erhöhten Zahl von Bakterien im Trinkwasser kann eine grosse Gefahr für die Gesundheit ausgehen. Wo klares Trinkwasser aus dem Zapfhahn fliesst, können trotzdem Bakterien unbemerkt in die Trinkwasserinstallation gelangen.

Finden die Bakterien Rückzugsräume (Totstränge oder defekte Dichtungen), können sich diese vermehren und das Trinkwasser kontaminieren. Besonders kritisch kann es werden wenn es sich um krankheitserregende Bakterien handelt und sich im Gebäudebetrieb Temperaturen von 25° bis 45°C einstellen oder lange Stagnationszeiten entstehen. Die regelmässige Beprobung kann hier Klarheit schaffen.

Gemeldete Legionellen-Infektionen als ReisefolgeQuelle: European Legionnaires’ Disease Surveillance Network (ELDSNet)

Die häufigsten Pathogene, die in Trinkwasserinstallationen vorkommen und sich dort vermehren können, sind die drei folgenden:

Legionellen können über den Wasserdampf in die Lungen geraten und dort eine lebensgefährliche Infektion auslösen. Sie schwächen das Immunsystem und führen unbehandelt im schlimmsten Fall zum Tod.

Pseudomonas aeruginosa kommt im Abwasser vor und findet aufgrund ungenügender Hygienemassnahmen den Weg ins Trinkwasser. Wegen seiner Mehrfachresistenz gegenüber Antibiotika sind Krankheiten, die der Keim auslöst, nur schwer zu behandeln. In Deutschland zählt es zu den am häufigsten auftretenden Krankenhauskeimen.

Escherichia Coli führt bei Säuglingen, Schwangeren und älteren Menschen oft zu Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Durchfall. Der Keim kann durch Unwetter, landwirtschaftliches Abwasser oder Industrieabwässer ins Trinkwasser gelangen.

Wo findet man Legionellen?
Website Hygiene - Bild Legionellen

Legionellen sind in allen Gewässern auf der Welt zu finden. Im natürlichen Umfeld existieren sie jedoch nur in einer kleinen Anzahl. Sie fühlen sich besonders im Umfeld mit anderen Bakterien sehr wohl und vermehren sich besonders gut bei Temperaturen zwischen 25° und 45°C und kommen deshalb sehr häufig in der Warmwasserverteilung der Trinkwasserinstallation vor. Präventiv sollte deshalb der Inhalt des Warmwasserbereiters bzw. -speichers einmal pro Tag ausgetauscht werden. Zusätzlich sollte die Temperatur in der Warmwasserverteilung nicht unter 50°C absinken. Auch Totleitungsstränge, in denen das Wasser stagniert und sich auf über 25°C erwärmen kann, sind Brutstätten für Legionellen. Der Erreger kann von dort aus die restliche Trinkwasserinstallation kontaminieren.

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Hycleen – In 4 Schritten zur optimalen Trinkwasserhygiene

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